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bpa + Pichlmayr unterstützt Protestaktion gegen die Kürzung der Schulgeldförderung
15.11.2010
80.000 Protestunterschriften gegen die von der Staatsregierung geplanten Kür-zungen für die Altenpflegeschulen haben bayerische Altenpflegeschülerinnen und Altenpflegeschüler in der Münchner Staatskanzlei an Ministerpräsident Horst Seehofer überreicht. Auch Sozialministerin Christine Haderthauer und Kultusmi-nister Ludwig Spaenle waren anwesend.
Die Unterschriftenaktion wurde vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) und den Wohlfahrtsverbänden in Bayern unterstützt. Die Un-terschriften waren in den letzten Wochen von den Schülerinnen und Schülern der Fachschulen für Altenpflege gesammelt worden.
Hintergrund der Protestaktion ist die Absicht des Kultusministeriums, den soge-nannten Schulgeldausgleich pro Schüler von derzeit 200 Euro im Monat auf 100 Euro zu kürzen. Die Halbierung des Schulgeldausgleichs bedeutet, dass den Schülerinnen und Schülern diese Differenz von 100 Euro aufgebürdet wird.
Friedrich Schmidt, Vorsitzender der bpa-Landesgruppe Bayern, lehnt das ab: „Ich appelliere an die Staatsregierung. Man kann doch nicht ernsthaft in Kauf nehmen, dass weniger junge Leute den Altenpflegeberuf ergreifen, weil sie noch Geld für die Ausbildung mitbringen müssen, während gleich-zeitig zu Recht der Fachkräftemangel in der Altenpflege beklagt wird.“ Es sei nicht nachzuvollziehen, warum ausgerechnet diejenigen, die einen gesell-schaftlich so wichtigen Beruf ergreifen wollten, bereits in der Ausbildung benach-teiligt würden. Wer beispielsweise einen kaufmännischen oder handwerklichen Ausbildungsberuf erlerne, müsse für die Berufsschule auch nicht bezahlen.
„Die Altenpflege- wie die Krankenpflegeschulen brauchen eine gesetzliche Absicherung ihrer Finanzierung. Wir brauchen mehr anstatt weniger Schul-plätze. Wir brauchen keine Ausbildungsabschreckung, sondern eine deut-lich motivierende Ansage an die jungen Menschen: Wir brauchen Euch als Pflegefachkräfte in einem Beruf mit Zukunft und zwischenmenschlicher Wärme. Wer heute nicht handelt, setzt die Versorgung der Pflegebedürftigen von morgen aufs Spiel“, betonte Schmidt.
In Bayern gibt es rund 142 Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe mit derzeit etwa 6.000 Schülerinnen und Schülern. 90 Prozent der Schulen haben sich an der Aktion beteiligt.